Das neue EEG ist da - was sich ab 2017 für die Windkraft ändert auf einen Blick

Schachfiguren

Das EEG 2017 soll nach Aussage des BMWi "das zentrale Instrument sein, um eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung mit einer effektiven jährlichen Mengensteuerung zu erreichen und die Erneuerbaren stärker an den Markt heranzuführen." (Pressemitteilung BMWi vom 8.6.2016)

Die Kerninhalte:

Künftig wird die Höhe der EEG-Vergütungen nicht mehr staatlich festgelegt, sondern durch Ausschreibungen am Markt bestimmt. So soll der Ausbau der erneuerbaren Energien gesteuert und die Kosten begrenzt werden: Für die Technologie "Wind an Land" sind jährlich 2.800 MW in den Jahren 2017 bis 2019 als Ausschreibungsmengen festgelegt, ab 2020 werden es 2.900 MW. Die Mengen umfassen auch Neuanlagen, die ältere Anlagen ersetzen sollen (Repowering).

Anlagen, die bis Ende 2016 genehmigt werden und in den Jahren 2017 oder 2018 in Betrieb gehen, können noch die gesetzlich festgelegte Vergütung erhalten. Allerdings gilt ab März 2017 bis August 2017 eine Sonderdegression in Höhe von 1,05 % pro Monat. Danach verringern sich die Degressionsbeträge zum 1. Oktober 2017, 1. Januar 2018, 1. April 2018, 1. Juli 2018 und 1. Oktober 2018 für die nach diesem Zeitpunkt in Betrieb genommenen Anlagen um 0,4 % gegenüber den in den jeweils vorangegangenen drei Kalendermonaten geltenden anzulegenden Werten. Ab Erreichen des jährlichen Zielwerts von 2.500 MW greifen zusätzliche Degressionsstufen und die Vergütung sinkt ab dem 4. Quartal 2017 zusätzlich um bis zu 2,4 % pro Quartal.

Kleine Anlagen bis 750 kW werden von der Ausschreibung ausgenommen. Bei der Ausschreibung für Windenergie an Land gelten erleichterte Bedingungen für Bürgerenergiegesellschaften. Beispielsweise muss zum Zeitpunkt der Gebotsabgabe die Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) noch nicht vorliegen und nur die Hälfte der üblichen Sicherheit hinterlegt werden. Bürgerenergieprojekte erhalten zudem den höchsten noch bezuschlagten Gebotspreis einer Auktion während alle anderen Projekte nach dem pay-as-bid Verfahren behandelt werden. 

Korrekturfaktoren sollen Wettbewerbsgleichheit schaffen

Im Rahmen der Ausschreibung wird ein einstufiges Referenzertragsmodell eingeführt. Geboten wird auf einen 100%-Standort. Mittels Korrekturfaktoren werden schlechtere Standorte finanziell den besseren Standorten angeglichen. So sollen vergleichbare Wettbewerbsbedingungen in ganz Deutschland geschaffen werden.

Erneuerbaren- und Netzausbau sollen zudem besser verzahnt werden. Um Abregelungen von Windenergieanlagen künftig zu reduzieren, wird ein Instrument zur Nutzung dieses Stroms im Wärmebereich als zuschaltbare Last eingeführt. Außerdem soll die Zubaumenge für Windenergie in Gebieten mit Netzengpässen auf 58% gegenüber dem durchschnittlichen Zubau aus den Jahren 2013-2015 begrenzt werden.

Bund und Länder halten an den bestehenden Netzausbauplänen fest. Gefragt ist hier jedoch mehr Tempo als bisher.

Wenn die Europäische Kommission das EEG 2017 notifiziert, kann es am 01. Januar 2017 in Kraft treten.