Die 6-Stunden-Regel verständlich erklärt

19.08.2016 | News

Energiehändler

Mit dem EEG 2014 hat der Gesetzgeber den § 24 eingeführt. Demnach soll die Förderung nach EEG in Form der Marktprämie dann entfallen, wenn an mindestens sechs aufeinander folgenden Stunden der Strompreis an der Strombörse für Kurzfristhandel, negativ ist. Maßgeblich für die Beurteilung der negativen Preise ist der sogenannte DayAhead Markt, der Handel für Strom für den folgenden Tag.

Mit dem EEG 2014 hat der Gesetzgeber den § 24 eingeführt. Demnach soll die Förderung nach EEG in Form der Marktprämie dann entfallen, wenn an mindestens sechs aufeinander folgenden Stunden der Strompreis an der Strombörse für Kurzfristhandel, negativ ist. Maßgeblich für die Beurteilung der negativen Preise ist der sogenannte DayAhead Markt, der Handel für Strom für den folgenden Tag.

Wie entstehen negative Preise?

Die Situation von negativen Preisen tritt mit dem Ausbau der Erneuerbare häufiger auf. Ein klassisches Beispiel sind Sonn- und Feiertage, an denen die Stromnachfrage ohnehin schon gering ist. Wenn an diesen Tagen durch höheren Wind- und Sonnenertrag das Angebot steigt, bilden sich durch das entstandene Überangebot negative Preise. Wie beispielsweise am 8.Mai 2016, Muttertag. Viel Sonne, angereichert mit ordentlich Wind haben an diesem Tag zu einem gesteigerten Angebot durch die Erneuerbaren geführt. Die Nachfrage hingegen war auf Grund des Feiertages gering. Das schöne Wetter hat den Konsumenten viel mehr zu Muttertags Ausflügen angereizt. Was gut für das Klima ist, war in diesem Fall schlecht für den Markt. Der Preis ist zeitweise auf -360,00 EUR / MWh gefallen.

Die 6 Stunden Regel

Hier setzt die 6 Stunden Regelung an. Im Falle der oben beschriebenen Situation sollen künftig Förderungen entfallen, auch um einen entsprechenden Anreiz zu schaffen, Strom marktgerecht zu produzieren. Den Eintritt der 6 Stunden Regelung im Handel exakt vorherzusehen ist jedoch eine große Herausforderung für den Stromhändler. Im Zweifel wird er abwarten und den Markt zunächst beobachten. Am DayAhead Markt verkaufte Strommengen kann er dann im Falle der 6 Stunden Regelungen am Intraday Markt, dem Markt für Stromhandel am Tag der Produktion, zurückkaufen und die Windanlagen drosseln. Durch die Reduzierung des Stromangebots kann sich der Preis an der Börse erholen. Diese Maßnahme ist mit zusätzlichen Kosten auf Seiten des Händlers verbunden, da der Vermarkter dann eine prozyklische Position am Markt einnimmt.

Konsequenzen für den Betreiber

Der Betreiber hat durch die entfallene Förderung nicht unerhebliche Erlöseinbußen. Im Jahre 2014 wären beispielsweise 37 Stunden von der 6-Stunden-Regelung betroffen gewesen. Geht man von einer 80-prozentigen Einspeisung in diesen Stunden aus sowie von 2.000 Volllastsunden, entspräche dies einer Ertragseinbuße von 1,48 Prozent. Die Tendenz stieg im Jahr 2015. Hier hatten wir bereits über 50 Stunden in einem negativen 6 Stunden Block. Eine kurzfristige Umkehr der Tendenz, beispielsweise durch den Ausbau von Speichersystemen, die ein Überangebot auffangen könnten, ist nicht in Sicht. Damit wird sich der Betreiber mittelfristig auf höhere Ertragseinbußen einstellen müssen.

Für welche Anlagen gilt die 6 Stunden Regel?

Die Regelung betrifft nur neue Anlagen, die ab 1. Januar 2016 in Betrieb genommen wurden. Bei Windanlagen gilt die Regelung ab einer Größe von 3 MW, bei allen übrigen Erneuerbaren-Energien-Anlagen ab 500 KW installierter Leistung. Der § 51 in seiner Fassung im neuen EEG 2016 ist von vielen Seiten heftig kritisiert worden, da zum einen die zu erwartenden Ertragseinbußen nicht prognostiziert werden können und zum anderen bezweifelt wird, dass der Paragraph seinen Zweck erfüllt.